Project Description

B

Biegen der angeschnittenen Ruten
Das Biegen und Binden erfordert Handwerkskunst, damit die Triebe / Ruten nicht brechen. Diese Arbeit wird immer bei feuchtem Wetter erledigt, da die Triebe / Ruten dann geschmeidig sind und sich am besten biegen lassen. Der Trieb bzw. die Rute wird bergabwärts nach unten gebogen und um den untersten Draht der dafür vorgesehenen Drahtanlage gebunden.

Blanc de Noirs
Blanc de Noirs heißt wörtlich übersetzt: „Weiß aus Rot“. Gemeint ist damit ein weiß gekelterter Spätburgunder Rotwein. Das extra dafür ausgesuchte und sehr erlesene Traubengut wird schonend und mit sehr wenig Druck gepresst, so dass keine rötlichen Farbstoffe aus der Beerenhaut gelöst wurden. Das ist eine der größten Herausforderungen bei solch einem Wein. Anschließend wird dasselbe Kaltgärverfahren wie bei Weißweinen angewendet.

Bodenbearbeitungen und Geländeverschiebung
Der Boden wird hier durch große Bagger und Raupenfahrzeuge, welche speziell für große Hangneigungen geeignet sind, bis zu einem Meter tief aufgelockert und die Muttererde somit neu vermischt. Bei der Geländeverschiebung sollen stärkere Steigungen und Böschungen durch die Bewegung von großen Erdmassen befahrbar gemacht werden. Diese Arbeiten werden ca. alle 25 – 30 Jahre durchgeführt. So lang ist die durchschnittliche Standzeit einer Rebanlage.

D

doldern
Das Kappen bzw. Abschneiden der Triebspitzen (Dolde), welche über die Drahtanlage hinaus gewachsen sind. Somit kann die Pflanze ihre ganze Kraft in die Trauben lenken und muss sie nicht für überschüssige Laubmasse verwenden. Ebenso wird dadurch eine bessere Belüftung und Belichtung erreicht.

Drahtanlage
Die Drahtanlage wird von den Winzerinnen und Winzern gleich nach der Neubepflanzung eines Rebstückes erstellt. Hier werden so genannte Stickel (Pfähle) in die Erde eingebracht und anschließend horizontal mit Metalldrähten verbunden. An dieses Drähten werden später die Reben hochwachsen und sich „festhalten“ können. Dies dient also als Stützvorrichtung und erleichtert auch dem Winzer die Laubarbeiten.

E

Entwässerungsschächte
Diese Schächte wurden bei der Rebbepflanzung für die Oberflächenentwässerung angelegt. Hierin fließt der anfallende Regen ab, damit die Berghänge nicht durchnässt werden und somit keine Gefahr von Bergabschwämmung besteht.

Erfrierungen
Durch sehr hohe Minustemperaturen von unter Minus 15°C, können vor allem bei der Rebsorte Müller-Thurgau Erfrierungen auftreten. Hierbei erfrieren die Knospen, aus denen später die Ruten mit den Trauben heraus- wachsen. Somit ist die Gefahr von Ertragsminderungen sehr groß. Schneidet man nun die Rebstöcke erst nach einer großen Kälteperiode zurück, kann man durch gezielten Anschnitt Frostschäden ausgleichen.

F

Federweißer?
Neuer Wein ist noch kein fertiger Wein, sondern aus weißen oder roten Rebsorten gepresster Traubenmost, dessen alkoholische Gärung gerade begonnen hat und der noch keiner Filtration unterworfen war. Grundsätzlich werden als Neuer Wein alle Zwischenstufen vom Traubenmost bis zum fast durchgegorenen Jungwein bezeichnet, der später, nach Abschluss der Gärung, Weiß-, Rot- oder Roséwein genannt wird.

In den Weinregionen des deutschen Sprachraums gibt es für Neuen Wein verschiedene Namen, die teilweise auch unterschiedliche Reifestadien bezeichnen. Häufig wird dabei auf die Farbe oder auf Empfindungen auf der Zunge, im Kopf oder im Verdauungsbereich Bezug genommen. In Deutschland wird zwischen Federweißem (aus weißem Traubenmost) und Federrotem (aus rotem Traubenmost) unterschieden, in Österreich heißen alle Farbvarianten des Neuen Weins Sturm. In Teilen Südwestdeutschlands, in fränkischen Weinbaugebieten, in der Deutschschweiz und in Südtirol heißt er Suser oder Sauser, an der Hessischen Bergstraße und in Rheinhessen wird er Rauscher, in der Pfalz meist Najer Woi („Neuer Wein“) oder Bitzler genannt. In Franken werden die ersten, noch süßen Gärstufen als Bremser bezeichnet. Andernorts sind Namen wie Junger Wein, Riser, Krätzer, Neuer Süßer, Staubiger oder Gestaubter üblich. In Italien heißt er Vino Nuovo („Neuer Wein“). In Tschechien sagt man burčák (gespr. [burt͡ʃa:k]), entsprechend der österr. Bezeichnung (bouřka = Sturm), im Luxemburgischen nennt man ihn Fiederweissen.

Federroter
In Deutschland sind Neuer Wein oder Bitzler als häufigste Überbegriffe gebräuchlich, Federweißer stammt aus weißem Traubenmost, die noch seltener angebotene Variante Federroter aus rotem. Das nächste Stadium vor dem fertig vergorenen Wein wird hier bei allen Rebsorten Jungwein genannt.

Wegen der bei der Gärung entstehenden Kohlensäure schmeckt Neuer Wein recht spritzig, anfangs wie eine Art Traubenlimonade oder ein süßer Schaumwein. Solange noch reichlich Zucker vorhanden ist, wird durch dessen Süße der bereits entstandene Alkohol kaschiert, so dass dieser beim Trinken relativ unbemerkt in den Organismus aufgenommen werden kann. Deshalb wird die berauschende Wirkung des Neuen Weins oft erst mit Verzögerung oder gar nicht registriert. Roter Neuer Wein schmeckt infolge des höheren Gehalts an Gerbsäuren immer etwas herber als der analog hergestellte weiße. Der Neue Wein enthält zudem Milchsäurebakterien und einen hohen Anteil an den Vitaminen B1 und B2. Er übt einen starken Effekt auf die Funktion des Darms aus.
Meist wird Neuer Wein mit deftigen Speisen kombiniert. Klassische Kombinationen sind Neuer Wein und Zwiebelkuchen bzw. Pfälzer Saumagen, auch Maronen (Esskastanien) werden häufig dazu gegessen.

G

Grauer Burgunder = Ruländer
Den Grauen Burgunder können Sie auch als Ruländer genießen. Die kleinen, grauroten Beeren reifen mittelfrüh bis spät in der Erntephase heran. Dir Urgesteinsböden, vor allem aus der Lage Kochberg, sind ihr optimaler Standort für den Grauen Burgunder aus der Ortenau in Baden. Je nach Ausbau und Zielsetzung entsteht ein milder Ruländer. Trocken und säurebetont ausgebaut, nach separater Lese, ein Grauer Burgunder = Pinot Grigio.

H

Heften
Beim so genannten „heften“ handelt es sich um eine Laubarbeit in den Reben. Hierbei werden die immer größer werdenden Triebe in die dafür vorgesehene Drahtanlage eingeflochten. Dies hat den großen Vorteil, daß Winde und Stürme diese Triebe nicht abreißen oder abknicken können. Außerdem wachsen so die Triebe senkrecht in die Höhe und die Durchlüftung und Belichtung der Trauben ist somit besser gewährleistet. Diese Arbeit wird in den Steillagen von Hand ausgeführt. Bei geringeren Hangneigungen gibt es dafür auch maschinelle Unterstützung.

Herbstbraten
Der „Herbstbraten“ ist eine große Feier mit deftigem Essen und gutem Wein für die fleißigen Helferinnen und Helfer der Winzer. Diese Tradition besteht schon seit 80 Jahren bei uns im Durbachtal. Diese Feier ist gleichzeitig auch der Schlusspunkt einer jeden Weinlese im Jahr.

K

Kalte Herbstnächte
Die kalten Herbstnächte während der Weinlese in den Monaten September und Oktober sind deswegen sehr wichtig, da die Traubenbeeren bei Kälte ihre Poren in der Nacht verschließen und somit kein Bukett entfleuchen kann. Dies ist einer der Hauptgründe, warum die deutschen Weißweine weltweit am fruchtbetontesten und spritzigsten sind. In den restlichen weltweiten Weinanbaugebieten sind die Nächte dafür oft zu warm.

P

Pheromon-Ampullen
Das Pheromon – Verfahren ist eine biologische Bekämpfung des Rebschädlings Heu- und Sauerwurm. In den Ampullen befindet sich der identische Lockstoff, den die Weiblein der genannten Rebschädlinge benutzen, um die Männer anzulocken. Durch die großflächige Verteilung dieses Lockstoffes verlieren die Männer die Orientierung und Sie finden die Weibchen nicht. Somit findet keine Vermehrung dieses Schädlings statt. Dieses Verfahren sieht auf den ersten Blick sehr „gemein“ aus, aber ist dennoch eine sehr umweltfreundliche Bekämpfung.

R

Rodung
Die älteren und wirtschaftlich nicht mehr interessanten Anlagen werden ausgestockt, damit diese im folgenden Frühjahr wieder neu bepflanzt werden können. Hierbei entfernen die Winzer die Drahtanlagen, die Rebpfähle, die Laubwand und die Rebstämme. Dies ist eine sehr harte körperliche Arbeit und muss fast ohne Maschinenunterstützung ausgeführt werden, da die Rebhänge bei uns in Durbach oft zu steil dafür sind. Anschließend wird das Erdreich mit großen Baggern und Planierrauben umgearbeitet, damit der Boden aufgelockert wird und manche Rebhänge anschließend besser zu mechanisieren sind.

U

Unterwuchs
Mit dem Wort „Unterwuchs“ bezeichnet man die Begrünung des Bodens unter den Reben mit Gras. Dieses hat sehr viele Vorteile:
– Erosionsschutz: durch das Gras wird ein Abrutschen des wertvollen Mutterbodens vermieden.
– Bessere Befahrbarkeit mit Kleintraktoren innerhalb der Rebanlage
– Es bildet sich ein ausgeglichenes Kleinklima

W

Winternässe
Damit ist der Schnee und Regen in den Wintermonaten gemeint. Die Feuchtigkeit dringt in den Boden ein und wird von unserem in Durbach vorhandenen Granitverwitterungsgestein wie ein Schwamm aufgesaugt und gespeichert. Die Nässe wird dann in den wärmeren Monaten im Frühjahr und Sommer von den sehr tiefwurzelnden Reben in Anspruch genommen. Dieser Effekt half unseren Rebanlagen enorm, z.B. im sehr heißen Sommer 2003 die Hitze zu überstehen.